Unterwegs 

Meist ist es zweckmäßig bei der Krankenkasse zunächst einen Antrag auf Kurzzeitpsychotherapie zu stellen. Eine solche umfasst neben den probatorischen Stunden bis zu 25 Sitzungen. Viele Menschen erreichen in dieser Zeit ihre Ziele, andernfalls kann gegebenenfalls eine Umwandlung in eine Langzeittherapie erfolgen.

Es gibt in der Verhaltenstherapie eine Vielzahl von Methoden, die eingesetzt werden können, damit Sie Ihre Ziele erreichen. An dieser Stelle möchte ich nur skizzieren, dass es, grob gesagt, eher kognitive Methoden gibt, die sich mit dem Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen und deren Veränderung beschäftigen (z.B. wenn sich jemand häufig selbst abwertet und sich dann schlecht fühlt)  und eher verhaltensorientierte Verfahren (z.B. einen Aktivitätsaufbau bei einer Depression). Konfrontationsverfahren spielen ebenfalls eine große Rolle (z.B. bei Phobien und Ängsten).

Die Nutzung der Hypnotherapie, die mittlerweile als seriöses wissenschafltiches Verfahren anerkannt ist , zeigt sich häufig als sehr hilfreich. Die Anwendung setzt natürlich voraus, dass Sie dies auch wünschen.

Die Verhaltenstherapie arbeitet häufig mit "Hausaufgaben", die nicht an Schule erinnern sollten. Ich verstehe darunter vielmehr, dass Sie die Dinge, die wir gemeinsam in den Sitzungen erarbeiten zwischen unseren Terminen ausprobieren und anwenden, um so ganz konkret neue Erfahrungen machen zu können. Sie werden bemerken, dass eine Therapie zunehmend eigene Aktivität mit sich bringt. Vielleicht werden Sie feststellen, dass wesentliche Veränderungen zwischen den Sitzungen stattfinden.

Im Verlauf wird immer wieder überprüft, wie weit Sie bereits vorangekommen sind. Läuft alles "planmäßig" - prima, ansonsten ist es manchmal erforderlich Methoden anzupassen oder vielleicht zu überprüfen, ob die Zieldefinition (noch) sinnvoll ist, oder vielleicht etwas verändert werden kann.

Bei unserer Wanderung geht es also mehr oder weniger zügig voran. Es kann dabei durchaus vorkommen, dass Hindernisse auftreten, mit denen niemand gerechnet hat oder aber auch umgekehrt, also manches leichter und besser läuft als vermutet. Auch wird es immer wieder erforderlich sein, zu prüfen, ob die Richtung zum Ziel noch stimmt. Eventuell kommen neue Zwischenziele hinzu, manchmal kann jedoch auch ein etwas anderes Ziel, als bei der Planung der Wanderung vorgesehen, zum neuen Ziel werden.

Dipl.-Psych. Ingo Großmann, Psychologischer Psychotherapeut