Die ersten Schritte

Die ersten Schritte werden in der sogenannten probatorischen Phase gemacht. Zunächst dient das Erstgespräch dem Kennenlernen und einem ersten Überblick über die Ziele und die Schwierigkeiten, die diese Zielerreichung noch behindern.

Anschließend erfolgt die Diagnostik. Hierbei wird natürlich auch die Lebensgeschichte einbezogen, da sich die Verhaltenstherapie neben den auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren für eine bestimmte Problematik auch mit den Prädispositionen beschäftigt, also mit den Dingen, die jemanden sensibler für eine bestimmte Problematik gemacht haben können.

In der probatorischen Phase wird vom Arzt ein kurzer Bericht erstellt, da es wichtig ist festzustellen, ob für die Symptome auch körperlichen Faktoren verantwortlich sind (z.B. Ausschluss einer Schilddrüsenüberfunktion bei Paniksymptomen).

In der probatorischen Phase wird ein plausibles Modell erarbeitet, wie sich die Probleme entwickelt haben. Daraus werden dann die Methoden abgeleitet, die in der Therapiephase angewandt werden sollen. Wichtig ist dabei natürlich auch, diese so auszurichten, dass die von Ihnen formulierten Ziele erreicht werden können.

Es können bis zu 5 Sitzungen im Rahmen der Probatorik stattfinden. Zumeist sind 3-4 ausreichend, um dann mit der eigentlichen Therapie beginnen zu können. Diese wird zuvor bei Ihrer Krankenkasse beantragt.

Die probatorische Phase ist also bei unserer Wanderungen damit vergleichbar, sich vor dem Losmarschieren gut vorzubereiten und gut zu planen, um an alle wichtigen Dinge zu denken und einen zumindest ersten Plan zu haben, wie das gewählte Ziel erreicht werden kann.

Dipl.-Psych. Ingo Großmann, Psychologischer Psychotherapeut